Wie Omega-3 Fettsäuren Entzündungen regulieren

Omega-3 Fettsäuren regulieren Entzündungen 

Entzündungen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Immunabwehr, werden sie jedoch chronisch, kann das dem Körper schaden und zu verschiedenen langfristigen Erkrankungen beitragen.1 Omega-3 Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle in der Entzündungsregulierung. Was genau hinter dieser Wirkung steckt, erläutern wir in unserem heutigen Blogartikel. 

Die richtige Wahl der Omega-3 Fettsäuren 
Fisch-, Raps- und Leinöl sind Lebensmittel mit Omega-3, die man häufig mit hochwertigen Omega3Fettsäuren in Verbindung bringt. Wo genau liegt dabei der Unterschied?  

In Leinöl ist die pflanzliche Omega-3-Fettsäure, die Alpha-Linolensäure (ALA) enthalten.2 Diese ist die Vorstufe zu der Eicosapentaensäure (EPA) und der Docosahexaensäure (DHA), welche in Fischöl oder auch Algenöl auftreten.3 Der Körper kann ALA in EPA umwandeln und EPA in DHA.4 Es reicht aber nicht aus, nur die pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren (die Alpha-Linolensäure) zu sich zu nehmen. Die Umwandlungsrate ist zu niedrig, um den benötigten EPA- und DHA-Bedarf zu decken.5 DHA und EPA sind hauptsächlich für die entzündungshemmenden Effekte verantwortlich, weshalb sie unverzichtbar für eine gesunde Omega-3-Versorgung sind.4 

Omega-3 vs. Omega-6: Das Verhältnis macht den Unterschied! 
Im Gegensatz zu den Omega-3-Fettsäuren wirken viele Omega-Fettsäuren wirken viele Omega6-Fettsäuren eher entzündungsfördernd. Beide Fettsäuren sind essenzielle Bausteine jeder Zellmembran und prägen dort den Aufbau und die Funktionsfähigkeit.6 Interessant ist dabei, dass Omega 3 und Omega und Omega66Fettsäuren die gleichen Enzyme – also die „Werkzeuge“- zur Verstoffwechselung benutzen. Dadurch stehen sie in direkter Konkurrenz zueinander.5 

Ein ausgewogenes Verhältnis ist entscheidend, da ansonsten ein Überschuss an entzündungsfördernden Botenstoffen vorliegt. Diese bilden sich aus den Omega-6-Abkömmlingen wie der Arachidonsäure (AA).4 Omega-3-Fettsäuren können in den Zellmembranen teilweise die AA verdrängen. Dadurch werden weniger entzündungsfördernde Botenstoffe herstellt.4 

So beeinflusst nicht nur die absolute Menge, sondern vor allem das Verhältnis von Omega-3 zu Omega3 zu Omega6, wie ausgeprägt Entzündungsprozesse im Körper ablaufen können.6 

Im Vergleich zu entzündungshemmenden Medikamenten 
Entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac wirken, indem sie ein bestimmtes Enzym blockieren, das für die Produktion von Prostaglandinen verantwortlich ist.7 Prostaglandine Moleküle, die Entzündungen und Schmerzen verstärken.8 Nach der Einnahme (von Ibuprofen oder Diclofenac) wird die Produktion von Prostaglandinen schnell gehemmt, die Wirkung setzt also direkt und kurzfristig an einem einzelnen Schritt des Entzündungsprozesses an.9 

Omega-33Fettsäuren wie EPA und DHA greifen hingegen viel grundlegender in den Entzündungsstoffwechsel ein. Sie verändern, welche Botenstoffe der Körper überhaupt bildet: Es entstehen weniger entzündungsfördernde und mehr entzündungshemmende Substanzen. Dadurch beeinflusst Omega3 mehrere Schritte gleichzeitig und sorgt langfristig für ein insgesamt für eine normale Regulierung des Entzündungsgeschehens im Körper.4,6 

Wie Omega-3 Fettsäuren Entzündungen regulieren Fazit
Fazit

Omega-3 zur langfristigen Entzündungsregulation

Omega-3-Fettsäuren – insbesondere EPA und DHA – wirken auf mehreren Ebenen entzündungshemmend: 

  • Sie regulieren die Produktion von Entzündungsbotenstoffen 
  • Sie verändern die Zusammensetzung der Zellmembranen 
  • Möglicherweise viele weitere, noch nicht wissenschaftlich belegte Mechanismen 

Damit sinkt langfristig das gesamte Entzündungsniveau. 

Wichtig: Omega-3 ersetzt keine schnell wirkenden entzündungshemmenden Schmerzmittel. 

Quellen

Autorenschaft: Wissenschaftliche Abteilung Februar 2026

(1) Infektionsforschung, H.-Z. für. Die zwei Seiten der Entzündung. https://www.helmholtz-hzi.de/wissen/wissensportal/entzuendung/ (accessed 2026-01-28). 

(2) Pflanzliche Öle bevorzugen. DGE. http://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/pflanzliche-oele/ (accessed 2026-01-28). 

(3) Regelmäßig Fisch auf den Tisch!. DGE. http://www.dge.de/presse/meldungen/2011-2018/weniger-fleisch-auf-dem-teller-schont-das-klima/dge-empfiehlt-auf-fettmenge-und-qualitaet-achten/regelmaessig-fisch-auf-den-tisch/ (accessed 2026-01-28). 

(4) Dyall, S. C.; Balas, L.; Bazan, N. G.; Brenna, J. T.; Chiang, N.; da Costa Souza, F.; Dalli, J.; Durand, T.; Galano, J.-M.; Lein, P. J.; Serhan, C. N.; Taha, A. Y. Polyunsaturated Fatty Acids and Fatty Acid-Derived Lipid Mediators: Recent Advances in the Understanding of Their Biosynthesis, Structures, and Functions. Prog. Lipid Res. 202286, 101165. https://doi.org/10.1016/j.plipres.2022.101165. 

(5) Burdge, G. C.; Calder, P. C. Conversion of α -Linolenic Acid to Longer-Chain Polyunsaturated Fatty Acids in Human Adults. Reprod. Nutr. Dev. 200545 (5), 581–597. https://doi.org/10.1051/rnd:2005047. 

(6) Calder, P. C. N−3 Polyunsaturated Fatty Acids, Inflammation, and Inflammatory Diseases. Am. J. Clin. Nutr. 200683 (6), 1505S-1519S. https://doi.org/10.1093/ajcn/83.6.1505S. 

(7) Online, G. L. Nichtsteroidale Antirheumatika/Antiphlogistika (NSAR) | Gelbe Liste. https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffgruppen/nichtsteroidale-antiphlogistika-antirheumatika (accessed 2026-01-28). 

(8) Pountos, I.; Theodora Georgouli; Howard Bird; Giannoudis, P. Nonsteroidal Anti-Inflammatory Drugs: Prostaglandins, Indications, and Side Effects. Int. J. Interferon Cytokine Mediat. Res. 2011, 19. https://doi.org/10.2147/IJICMR.S10200. 

(9) Shirakawa, K.; Takeno, M.; Kuma, H.; Terahara, T.; Yamaguchi, S. Comparative Evaluation of Cyclooxygenase Inhibition Profiles Across Various NSAID Forms and Doses: Implications for Efficacy and Adverse Effects. Pain Ther. 202514 (1), 329–338. https://doi.org/10.1007/s40122-024-00687-2. 

 

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