PPI und Vitamin B12 Mangel

PPI und Vitamin B12-Mangel

Warum stören Magensäureblocker die Vitamin B12 Aufnahme?
Protonenpumpenhemmer (PPI) gehören zu den meistverwendeten Medikamenten gegen Sodbrennen und Magengeschwüre.1 Sie gelten als zuverlässig und werden häufig über lange Zeiträume eingenommen. Doch genau diese Medikamente können einen wichtigen Nebeneffekt haben: Sie erhöhen das Risiko für einen Vitamin‑B12‑Mangel. Betroffene sind sich diesem Risiko oft nicht bewusst.

Warum behindern PPI die B12‑Aufnahme?
Vitamin B12 ist in Lebensmitteln meist an Eiweiß gebunden.2 Um es aufzunehmen, braucht der Körper Magensäure und das Enzym Pepsin.3 PPI reduzieren die Säureproduktion jedoch deutlich.1 Dadurch kann das Vitamin nicht mehr ausreichend aus der Nahrung freigesetzt werden, was die Aufnahme im Dünndarm verschlechtert. Dieser Effekt ist dosisabhängig und betrifft besonders Menschen, die PPI langfristig einnehmen.

Warum sind ältere Menschen besonders betroffen?
Mit zunehmendem Alter bildet der Magen immer weniger Säure. Die Ursache ist häufig eine atrophische Gastritis oder eine Infektion mit Helicobacter pylori. Es handelt sich bei Helicobacter pylori um ein Bakterium, dass den Magen besiedeln und u.a. Magenschleimhautentzündungen auslösen kann.1 Wird in dieser Situation zusätzlich ein PPI eingesetzt, sinkt die B12‑Aufnahme weiter.1

Untersuchungen zeigen, dass bis zu 40 % der Menschen über 60 Jahren nicht ausreichend mit Vitamin B12 versorgt sind. 1 Häufig besteht parallel auch ein Folsäuremangel. Beides kann zu erhöhtem Homocystein führen – einem Risikofaktor für kognitive Einschränkungen, depressive Verstimmungen und eine beschleunigte Hirnalterung.1

Was sind die Folgen eines Vitamin B12-Mangels?
Ein Vitamin‑B12‑Mangel entwickelt sich schleichend. Unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Stimmungsschwankungen werden leicht übersehen. Langfristig sind jedoch auch Nervenstörungen oder Veränderungen im Gehirn möglich. Besonders ältere Menschen mit Depressionen weisen sehr häufig niedrige B12‑ oder Folsäurewerte auf.2

Vitamin B12 - wofür ist es gut?

Vitamin B12 sollte bei langfristiger PPI-Einnahme supplementiert werden. Eine langfristige Einnahme von Vitamin B12 Präparaten ist sinnvoll, sollte aber mit dem Arzt oder Apotheker abgesprochen werden. Besonders sinnvoll ist die Gabe von Vitamin B12 Lutschtabletten. Das Vitamin B12 wird dann bereits im Mund aufgenommen. Das Problem der mangelhaften Aufnahme im Magen-Darm-Trakt wird so umgangen.

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Fazit

Wer Magenschutzmittel regelmäßig einnimmt, sollte seinen Vitamin‑B12‑Haushalt im Blick behalten

PPI können langfristig unbemerkt zu einem Vitamin‑B12‑Mangel beitragen. Wer Magenschutzmittel regelmäßig oder dauerhaft nutzt, sollte seinen Vitamin‑B12‑ und Homocysteinspiegel im Blick behalten. Das ist wichtig für die geistige und körperliche Gesundheit.

Quellen

Autorenschaft: Wissenschaftliche Abteilung März 2026

(1)         Gröber, U. Arzneimittel und Mikronährstoffe: medikationsorientierte Supplementierung; 54 Tabellen; Wiss. Verl.-Ges: Stuttgart, 2007.

(2)         Biesalski, H.-K. Vitamine, Spurenelemente und Minerale: Indikation, Diagnostik, Therapie, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage.; Georg Thieme Verlag: Stuttgart, 2019. https://doi.org/10.1055/b-006-166047.

(3)         Adolph, M.; Arends, J.; Arens-Azevêdo, U.; Arnim, C. A. F. <von>; Bischoff-Ferrari, H. A.; Böhles, H.; Bosy-Westphal, A.; Buchholz, M. P. H.; Carle, R.; Dullemen, S. van; Eickmeier, O.; Elbelt, U.; Erickson, M. S.; Forster, P.; Frank, J.; Friedrich, B.; Fritsche, A.; Ganß, C.; Grimm, P.; Gröbner, W.; Grune, T.; Haehling, S. von; Hahn, A.; Haller, D.; Hammes, W. P.; Hann, A.; Hartl, W. H.; Heilmann, M.; Heratizadeh, A.; Hinrichs, J.; Hörmannsperger, G.; Keyßer, G.; Kiesswetter, E.; Koch, A.; Köhrle, J.; Königsrainer, F.; Körber, J.; Koletzko, B.; Kopp, C.; Kramer, M.; Krawinkel, M.-B.; Kreymann, K.-G.; Kügel, J. W.; Kuhlmann, M. K.; Lamprecht, H. G.; Leitzmann, C.; Ludolph, A. C.; Meier, R. F.; Millonig, G.; Morlion, B. J.; Moß, A.; Mueller, S.; Niederau, C.; Nieß, A.; Norman, K.; Ockenga, J.; Peters, A.; Plauth, M.; Riethmüller, J.; Ristow, M.; Schiborr, C.; Schlegel, B.; Schmidt, H.; Schomburg, L.; Schümann, K.; Seitz, H. K.; Sieber, C. C.; Stehle, P.; Ströhle, A.; Teufel, M.; Trappe, H.-J.; Trautwein, C.; Valentini, L.; Vaupel, M. A. /harvard; Volkert, D.; Wabitsch, M.; Weber, M. M.; Weiss, H.; Weiß, A.; Werfel, T.; Winckler, K.; Zieglmeier, M.; Zimmermann, A.; Zipfel, S.; Zoller, W. G.; Zürcher, G. Ernährungsmedizin: Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer, 5., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage.; Biesalski, H.-K., Bischoff, S. C., Pirlich, M., Weimann, A., Eds.; Georg Thieme Verlag: Stuttgart, 2018. https://doi.org/10.1055/b-004-132260.

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